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Neurodermitis behandeln: Was hilft gegen den Juckreiz?
Viele Betroffene fragen sich: „Was hilft gegen Neurodermitis und was kann ich gegen den Juckreiz tun?“ Die wichtigste Grundlage ist eine gute Basistherapie, die bei Bedarf – zum Beispiel in akuten Phasen – durch weitere Therapien ergänzt werden kann. Welche Möglichkeiten es gibt, Neurodermitis zu behandeln, und was du im Alltag selbst noch gegen die Beschwerden tun kannst, erfährst du hier!
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3-Stufen-Plan für die Neurodermitis-Behandlung
Die Behandlung der Neurodermitis ist individuell und richtet sich nach Verlauf und Schwere der Symptome. Dabei folgt die Therapie einem 3-stufigen Schema:1
- Stufe 1: individuelle Basistherapie bei trockener Haut: Zentraler Bestandteil einer erfolgreichen Behandlung ist die individuelle Basistherapie. Im Vordergrund stehen dabei die Hautpflege und das Vermeiden von Triggerfaktoren.
- Stufe 2: verschiedene Arzneimittel bei leichten bis mittelschweren Ekzemen: Zusätzlich zu den Maßnahmen der Stufe 1 bekommst du äußerlich anzuwendendes Kortison oder andere entzündungshemmende Wirkstoffe, die sogenannten Calcineurininhibitoren, verschrieben.
- Stufe 3: zusätzlich zu den vorherigen Maßnahmen eine (innerlich angewendete) Systemtherapie bei mittelschweren bis schwer ausgeprägten Ekzemen: Im Erwachsenenalter kommt zum Behandeln in Stufe 3 gegebenenfalls auch eine UV-Therapie infrage.
Wichtig zu wissen:1
Das Stufenschema ist lediglich ein Anhaltspunkt für eine individuelle Therapie. Je nach Alter, Verlauf, betroffenen Körperstellen und persönlichem Leidensdruck ist die Behandlung der Neurodermitis an den/die Patient:in anzupassen.
Verschiedene Möglichkeiten der Behandlung bei Neurodermitis
Unabhängig vom Schweregrad und Verlauf der Neurodermitis bildet die richtige Basispflege die Grundlage einer jeden Neurodermitis-Behandlung. Wie sieht diese genau aus und welche weiteren Therapieansätze kommen infrage?

Basistherapie
„Vorbeugen und pflegen, solange es geht“, lautet einer der Grundsätze der Neurodermitis-Therapie. Unerlässlich ist es deshalb, möglichst frühzeitig mit einer passenden Basistherapie zu beginnen. Nur so kannst du den Teufelskreis aus Jucken und Kratzen durchbrechen und verhindern, dass der Juckreiz chronisch wird.
- Zur-Basistherapie
Dabei können dir Arzneimittel wie Optiderm® helfen: Mit seiner Wirkstoffkombination aus 3 Prozent Polidocanol und 5 Prozent Urea ist es 3-fach wirksam:
Optiderm® – bei juckender, trockener Haut
Tannosynt® – für jedes Hautproblem die passende Lösung
Systemtherapie
Lässt sich die Neurodermitis mit topischen Behandlungen nicht ausreichend kontrollieren, kommt womöglich eine systemische Therapie in Betracht – diese wird also nicht äußerlich, sondern innerlich angewendet. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:2,3
- Kortisontabletten: Sogenannte orale Glukokortikoide (Kortison) verschreiben Ärzt:innen nur in extremen Ausnahmefällen. Sie sind aufgrund ihrer möglichen Nebenwirkungen nicht für eine dauerhafte Anwendung geeignet.
- Immunsuppressiva: Sie unterdrücken die Reaktion des Immunsystems auf Reizstoffe und können so helfen, den Entzündungsprozess zu hemmen.
- JAK-Hemmer: Januskinase-Hemmer sind kleine Moleküle, die sehr wirksam Entzündungsprozesse hemmen können.
- Biologika: Bei der Biologika-Therapie handelt es sich um eine antikörperbasierte Therapie. Die biotechnologisch hergestellten Arzneimittel hemmen bestimmte Botenstoffe, die verantwortlich für die Entzündungsreaktion und das Entstehen der Neurodermitis-Symptome sind. Das verhindert die Weiterleitung von Signalen und kann so helfen, Juckreiz zu reduzieren und das Hautbild sowie das Schlafvermögen zu verbessern.
In unserer Broschüre findest du ausführliche Informationen zu den Möglichkeiten der Systemtherapie:
- Broschüre herunterladen
- einen hohen Gesamtscore aufweisen (ein hoher Anteil der Hautoberfläche ist von den Ekzemen betroffen)
- nicht auf eine sachgerecht durchgeführte topische oder UV-Therapie ansprechen
- trotz geeigneter Behandlung nicht an Aktivitäten des täglichen Lebens teilnehmen können
- Zur Systemtherapie
Weitere Therapiemöglichkeiten
Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten, Neurodermitis zu behandeln. Zu den gängigsten zählen:1,2,4
- Lichttherapie: Auch Phototherapie genannt, handelt es sich um moderne Bestrahlungsverfahren mit künstlichem UV-Licht einer bestimmten Wellenlänge, bei denen die Aktivität von an Entzündungsprozessen beteiligten Immunzellen in der Haut beeinflusst wird. Patient:innen bekommen insgesamt etwa 30 bis 50 Behandlungen 3- bis 5-mal pro Woche. Mögliche Nebenwirkungen sind eine sehr trockene und rote Haut, die auch fleckig werden kann, Sonnenbrand, entzündete Haarwurzeln und Bindehautentzündungen.
- Kortison: Topische Glukokortikosteroide (TCS) kommen bei Neurodermitis zum Behandeln von akuten und chronischen Entzündungen der Haut infrage. Eine solche Therapie kann zwar das Jucken lindern, ist aber nicht für eine dauerhafte Behandlung geeignet.
- Kur: Einigen Patient:innen helfen Aufenthalte in hautfreundlichen Klimaregionen wie der Nordsee, den Alpen, dem Mittelmeer, den Kanarischen Inseln oder dem Toten Meer. Der Grund: In Reizklimazonen wie am Meer oder in den Bergen ist die Allergenbelastung geringer.
- Hausmittel und Homöopathie: Viele Betroffene probieren homöopathische Mittel wie Schüßler-Salze und Globuli oder Hausmittel wie feuchte Umschläge und Nachtkerzenöl aus. Bei vielen dieser alternativen Mittel ist die Wirkung nicht wissenschaftlich belegt. Sprich mit deinem/deiner Hautärzt:in, bevor du solche Mittel ausprobierst, um eine etwaige Verschlimmerung der Symptome oder Wechselwirkungen zu vermeiden.
- Ernährung: Generell gibt es keine spezielle Neurodermitis-Diät. Es kann aber sinnvoll sein, auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten, die bei dir im Rahmen der Neurodermitis-Diagnose als Allergie-Auslöser erkannt wurden. Wichtig: Mache nicht einfach auf gut Glück eine solche Auslassungsdiät ohne vorherige Diagnose. Sonst droht die Gefahr einer Unterversorgung an Mineralien, Nährstoffen und Vitaminen.
Zudem kann im Einzelfall eine Psychotherapie hilfreich sein – insbesondere bei psychologischen Aspekten als Triggerfaktoren für die Neurodermitis oder wenn umgekehrt die Neurodermitis zu psychosozialen Folgen führt.4
- Neurodermitis und Psyche
Tipps: Was kannst du gegen den Juckreiz bei Neurodermitis tun?
Die folgenden Tipps können dir zusätzlich zum Behandeln der Neurodermitis helfen, den Juckreiz und andere Beschwerden im Alltag zu lindern:
- Umschläge: Feuchte oder kühlende Umschläge bringen deiner Haut Linderung. Achte darauf, im Anschluss eine feuchtigkeitsspendende und rückfettende Hautpflege zu verwenden.
- Kleidung: Trage luftige Kleidung aus natürlichen Materialien wie etwa Baumwolle.
- Entspannung: Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga können dir helfen, dich von den Beschwerden abzulenken.
- Triggerfaktoren meiden: Versuche, alles zu vermeiden, was die Gesundheit deiner Haut beeinflussen kann – wie Stress, Alkohol oder bestimmte Lebensmittel.
- Temperaturen: Das Schlafzimmer solltest du kühl halten – Wärme und starkes Schwitzen können Juckreiz fördern.
- Fingernägel schneiden: Halte deine Fingernägel kurz und verwende Baumwollhandschuhe, um dich vor unbewussten nächtlichen Kratzattacken zu schützen.
- Kratzalternativen: Nutze einen Gegenstand, den du statt deiner eigenen Haut kratzen kannst – etwa ein Holzklötzchen, das mit Leder bespannt ist. Das Gehirn denkt dann, dass du etwas gegen den Juckreiz unternimmst.
- Hygiene: Vermeide häufige Vollbäder und dusche möglichst nur mit lauwarmem Wasser. Verwende dabei Reinigungsprodukte, welche die Haut nicht noch weiter austrocknen.
- Tagebuch: Führe ein Juckreiz-Tagebuch, um einen Überblick über deine Beschwerden zu bekommen. Diese Informationen sind außerdem hilfreich für deinen/deine Hautärzt:in.
Hier kannst du dir unseren Neurodermitis-Ratgeber herunterladen, in dem du auch eine Vorlage für dein Juckreiz-Tagebuch findest:
- Ratgeber herunterladen
Diagnose von Neurodermitis
Anhand welcher Kriterien lässt sich die Diagnose Neurodermitis stellen und welcher/welche Ärzt:in ist die richtige Anlaufstelle dafür?
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Dein Leitfaden für den Arztbesuch bei Neurodermitis
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Produkte zur Basistherapie
- Zu den Produkten
- 1 „S3-Leitlinie ‚Atopische Dermatitis‘ (AWMF-Registernr. 013-027) (2023)“. Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V., Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V., https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-027l_S3_Atopische-Dermatitis-AD-Neurodermitis-atopisches-Ekzem_2024-01.pdf. Zugegriffen 11. September 2024.
- 2 „Wie wird Neurodermitis (atopisches Ekzem) behandelt?“ Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/neurodermitis/behandlung. Zugegriffen 12. September 2024.
- 3 „Neurodermitis: Systemisch wirkende Therapeutika verbessern Behandlung“. Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V., https://www.bvdd.de/aktuelles-presse/newsroom/alle-nachrichten/details/neurodermitis-systemisch-wirkende-therapeutika-verbessern-behandlung/. Zugegriffen 12. September 2024.
- 4 Werfel, Thomas, u. a. „The diagnosis and graded therapy of atopic dermatitis“. Deutsches Arzteblatt international, 2014, https://doi.org/10.3238/arztebl.2014.0509
- 5 „Neurodermitis (atopisches Ekzem)“. Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, https://www.gesundheitsinformation.de/neurodermitis-atopisches-ekzem.html. Zugegriffen 12. September 2024.