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Systemische Therapie mit Biologika bei Neurodermitis
Wenn die Entzündung der Haut trotz äußerlicher Behandlungen nicht ausreichend kontrolliert werden kann, kommt oft die Frage auf: Welche Möglichkeiten habe ich noch? Hier kommen sogenannte systemische Therapien ins Spiel, die von innen heraus wirken. Eine recht neue Therapie bei Neurodermitis sind Biologika (Antikörpertherapie). Erfahre hier, was diese Medikamente genau bewirken.
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Was ist eine systemische Therapie bei Neurodermitis?
In der Dermatologie, aber auch in anderen medizinischen Fachbereichen, meint eine Systemtherapie eine Behandlung, die von innen wirkt. Das bedeutet, dass du Medikamente einnimmst oder injizierst, die über den Blutkreislauf verteilt werden und auf das Immunsystem einwirken.
Das ist besonders bei mittelschweren bis schweren Fällen von Neurodermitis sinnvoll, wenn die Erkrankung und ihre Symptome nicht mehr durch Cremes und andere äußerliche (topische) Behandlungen (Basistherapie) kontrolliert werden können oder wenn große Hautflächen betroffen sind.
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Systemtherapien greifen in die Immunreaktionen ein, die die Neurodermitis auslösen. Sie reduzieren die überaktive Immunantwort, die für die entzündeten und juckenden Hautstellen verantwortlich ist. Dadurch lassen sich die Symptome langfristig lindern und Schübe reduzieren.
Diese Form der Therapie erfordert eine enge Zusammenarbeit mit deinem/deiner Ärzt:in, um die richtige Art von systemischer Behandlung zu finden und mögliche Nebenwirkungen im Blick zu behalten.
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Welche Arten von systemischer Therapie bei Neurodermitis gibt es?
Zu den in der Dermatologie zugelassenen Systemtherapien bei Neurodermitis zählen Biologika, JAK-Hemmer und konventionelle Immunsuppressiva. Die Therapien wirken auf unterschiedliche Weise im Inneren des Körpers, um die Symptome zu lindern. Im Folgenden bekommst du einen Überblick über diese Behandlungsmöglichkeiten.
Was sind Biologika und wie helfen sie bei Neurodermitis?
Biologika zählen zu den neuen, zielgerichteten Therapien. Es handelt sich um moderne Medikamente, die mithilfe biotechnologischer Verfahren hergestellt werden. Die therapeutisch wirksamen Antikörper (künstlich hergestellte Eiweiße) wurden speziell entwickelt, um bestimmte Botenstoffe (Zytokine) im Immunsystem zu blockieren, die an der Entzündungsreaktion und Entstehung der Neurodermitis-Symptome beteiligt sind. Daher ist auch oft von Antikörpertherapie die Rede.
Biologika binden sich an die entzündungsfördernden Botenstoffe oder deren Rezeptoren und unterbrechen so die Signalwege, die zu Entzündungen führen. Dadurch wird die Überaktivität des Immunsystems reduziert, was die Entzündungsreaktion und somit die Symptome der Neurodermitis abschwächt.
Biologika werden bei Neurodermitis als Injektion gegeben. Die Injektionen können mit einer vorgefüllten Spritze oder einem vorgefüllten Pen verabreicht werden. Nach einer Schulung durch medizinisches Fachpersonal sind die meisten Patient:innen in der Lage, die Injektionen selbstständig zu Hause durchzuführen.

Gut zu wissen:
Biologika sind im Allgemeinen gut verträglich. Sie wirken sehr gezielt immunmodulatorisch auf wenige Botenstoffe des Immunsystems – manchmal auch nur auf einen einzelnen Botenstoff.
Du hast eine Biologika-Therapie von deinem/deiner Ärzt:in verordnet bekommen? Hier kannst du dich mit dem Code von deiner Produkt-Packung einloggen und erfährst alles Wichtige zum Therapiestart:
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JAK-Hemmer in der Neurodermitis-Behandlung
Eine weitere Option zur systemischen Therapie von Neurodermitis sind Januskinase-Hemmer, kurz JAK-Hemmer. Dabei handelt es sich um kleine Moleküle, die Enzyme (Januskinasen) blockieren, die an den Signalwegen beteiligt sind, welche Entzündungsreaktionen im Körper steuern. Durch die Hemmung dieser Enzyme wird die Überreaktion des Immunsystems bei Neurodermitis unterdrückt.
Januskinase-Hemmer kommen in Form von Tabletten bei mittelschweren bis schweren Formen der Neurodermitis infrage. Sie werden täglich eingenommen. Patient:innen müssen vor und während der Therapie mit JAK-Hemmern regelmäßig Blutuntersuchungen machen lassen.
Konventionelle Immunsuppressiva bei Neurodermitis
Zu den Immunsuppressiva gehören Medikamente, die sich zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis bewährt haben. Diese Arzneimittel wirken, indem sie allgemein die Reaktionen des Immunsystems dämpfen. Zu dieser Gruppe gehören verschiedene Wirkstoffe wie zum Beispiel Ciclosporin.
Auch Glukokortikoide (Kortison), die in Tabletten- oder flüssiger Form eingenommen werden, zählen zu den Immunsuppressiva. Als innerlich (systemisch) wirkende Arzneimittel sollen Glukokortikoide nur kurzfristig zum Einsatz kommen.
Mehr Informationen:
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FAQs zur Systemtherapie und Biologika bei Neurodermitis
Eine systemische Therapie wirkt von innen und greift gezielt in das Immunsystem ein (vergleiche Biologika). Sie wird angewendet, wenn äußerliche Behandlungen nicht ausreichen, um die Neurodermitis-Symptome zu kontrollieren. Man unterscheidet Biologika, JAK-Hemmer und konventionelle Immunsuppressiva.
Bei schwerer Neurodermitis kann eine systemische Therapie mit Biologika, JAK-Hemmern oder Immunsuppressiva helfen. Diese Medikamente wirken von innen heraus, um die Entzündungsreaktionen zu verringern.
Biologika sind biotechnologisch hergestellte Antikörper. Sie blockieren gezielt entzündungsfördernde Botenstoffe oder ihre Rezeptoren im Immunsystem. Dadurch wird die Überaktivität des Immunsystems reduziert, was Entzündungen und Symptome wie Juckreiz und Hautausschläge lindert.
Biologika werden bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis eingesetzt, wenn herkömmliche äußerliche Behandlungen nicht ausreichend wirken oder große Hautbereiche betroffen sind.
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