- > Neurodermitis >
- Kinder
Neurodermitis bei Baby und Kind: Erkennen und behandeln
Neurodermitis (oder atopisches Ekzem) ist eine häufige Hauterkrankung, die oft schon bei Neugeborenen, Babys oder (Klein-)Kindern auftreten kann. Sie zeigt sich durch trockene, juckende Haut und entzündete Stellen, was für betroffene Familien eine Herausforderung darstellt. Eine frühzeitige Behandlung und richtige Pflege sind entscheidend, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Kindes zu verbessern.
Klicken, um zum gewünschten Thema zu springen:
- > Neurodermitis >
- Kinder

Neurodermitis bei Säuglingen und Babys: Frühe Anzeichen und Ursachen
Circa 23 Prozent der Babys und Kleinkinder sind in Deutschland von Neurodermitis betroffen.1 Die Hauterkrankung tritt in der Regel schubweise auf.
- Was ist Neurodermitis?
Die ersten Symptome zeigen sich meist als Milchschorf. Dieser hat übrigens nichts mit Milchunverträglichkeit zu tun. Der Name ist darauf zurückzuführen, dass die Hautveränderungen verbrannter, angetrockneter Milch im Topf ähneln. Nicht bei jedem Baby, das Milchschorf auf dem Kopf hat, ist das automatisch der Anfang einer Neurodermitis. Für die Erkrankung müssen mehrere Faktoren zusammenkommen.
Bei Neugeborenen und Säuglingen tritt Neurodermitis meist an Körperstellen wie Kopf, Gesicht und Rumpf sowie den Streckseiten der Arme und Beine auf, häufig entstehen auch weiße Schüppchen und Bläschen.
- Typische Neurodermitis-Stellen
Neurodermitis bei Babys: Auslöser
Neurodermitis kommt häufig bei Babys vor. Aber warum bekommen manche Neugeborenen und Säuglinge diese juckende Hauterkrankung? Die Auslöser dafür sind vielfältig:
- genetische Veranlagung: Einer der größten Faktoren ist die Vererbung, die zur gestörten Hautbarriere und zur gestörten Immunfunktion führt. Wenn Eltern oder Geschwister Neurodermitis, Asthma oder Heuschnupfen haben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Baby betroffen ist. Diese sogenannten atopischen Erkrankungen hängen oft zusammen.
- Hautbarrierestörung: Die Haut von Babys mit Neurodermitis ist besonders empfindlich, weil sie schneller Feuchtigkeit verliert. Das bedeutet, dass die Haut trockener wird und leichter Risse bekommt. Dadurch haben Reizstoffe und Allergene – also Stoffe, die eine Reaktion hervorrufen können – ein leichteres Spiel, in die Haut einzudringen und Entzündungen zu verursachen.
- erbliche Störung der Immunabwehr: Das Immunsystem von Babys entwickelt sich noch. Manchmal reagiert es übertrieben auf eigentlich harmlose Reize aus der Umgebung, wie Hausstaub, Pollen oder Tierhaare. Diese Überreaktion kann zu den typischen Symptomen von Neurodermitis führen.
Darüber hinaus gibt es verschiedene äußere Faktoren, die zu einer Verschlechterung der Krankheit führen oder einen Schub provozieren können: sogenannte Provokationsfaktoren oder Triggerfaktoren. Dazu gehören zum Beispiel trockene Luft, bestimmte Waschmittel oder Hautpflegeprodukte sowie Nahrungsmittelallergien (zum Beispiel gegen Milch oder Eier).
Individuelle Hautpflege bei Neurodermitis
Zur Linderung von Juckreiz, Rötungen und trockener Haut eignen sich spezielle Cremes und Salben. Da Neurodermitis individuell unterschiedlich auftritt, gibt es gezielt abgestimmte Präparate für die Behandlung.
Besonderheiten der kindlichen Haut
Babyhaut wird als besonders zart und weich empfunden. Doch welche Besonderheiten weist die Haut tatsächlich auf? Worauf gilt es bei der Reinigung und Pflege zu achten? Und wie können Eltern mit trockenen Hautstellen bei ihrem Kind umgehen? Antworten zu diesen Fragen sowie weitere nützliche Tipps rund um das Thema Baby- und Kinderhaut erfährst du hier:
FAQs: Babyhaut und ihre Entwicklung
Die Käseschmiere (Vernix caseosa) ist ein weißlicher Belag, der die Haut des Neugeborenen bedeckt. Sie wird im letzten Drittel der Schwangerschaft gebildet und schützt das Baby im Mutterleib vor äußeren Einflüssen wie Bakterien.
Es wird empfohlen, die Käseschmiere nicht sofort nach der Geburt zu entfernen, da sie dem Säugling in den ersten Lebenstagen zusätzlichen Schutz bietet.
Zum Zeitpunkt der Geburt ist die Hautbarriere des Babys nahezu vollständig ausgebildet, was die Haut vor schädlichen Einflüssen schützt.
Die Hautbarriere von Frühgeborenen ist noch nicht vollständig entwickelt. Eine intensiv-medizinische Betreuung ist nötig, um den Feuchtigkeits- und Wärmeverlust über die Haut auszugleichen.
FAQs: Trockene Hautstellen bei Babys
Die Haut von Neugeborenen ist von Natur aus trockener, da die Talg- und Schweißdrüsen noch nicht vollständig entwickelt sind. Dadurch neigt die Haut in den ersten Wochen verstärkt zu Trockenheit.
Am Ende des 1. Lebensmonats hat die Babyhaut in der Regel den gleichen Feuchtigkeitsgehalt wie die Haut eines Erwachsenen.
Da Babyhaut eine geringere Pigmentierung hat, bietet sie nur wenig natürlichen Schutz vor UV-Strahlen. Babys sollten daher im 1. Lebensjahr keiner direkten Sonne ausgesetzt und durch Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutzprodukte mit hohen UV-Schutzfaktoren geschützt werden.
Es empfehlen sich Sonnenschutzprodukte mit physikalischen Lichtschutzfiltern, da sie durch Reflexion des Sonnenlichts wirken und gut verträglich sind.
Im Verhältnis zum Körpergewicht ist die Hautoberfläche bei Babys deutlich größer als bei Erwachsenen, was zu einem höheren Feuchtigkeitsverlust führt. Sie kühlen dadurch auch schneller aus.
Weil die Babyhaut Arzneistoffe stärker aufnimmt, können diese schneller in den Blutkreislauf gelangen. Daher sollten Sie Cremes und Arzneimittel nur nach ärztlicher Anweisung anwenden und nicht großflächig auftragen.
Neurodermitis bei Kindern
In circa 80 Prozent der Fälle beginnt die Neurodermitis in der Säuglingszeit (nach dem 3. Lebensmonat) oder der frühen Kindheit bis zu einem Alter von 6 Jahren und bessert sich dann oft mit zunehmendem Alter. Aber: Personen können in jedem Alter erstmalig oder erneut erkranken. Auch bleibt die Veranlagung zur Überempfindlichkeit des Immunsystems lebenslang erhalten.
Neurodermitis kann die Lebensqualität einschränken und nicht nur für die betroffenen Kinder, sondern auch für deren Eltern ganz schön belastend sein. Kinder mit Neurodermitis leiden häufiger an Schlafstörungen. Die daraus resultierende Müdigkeit am nächsten Tag kann dazu führen, dass sich die Symptome (und die Laune) nicht unbedingt verbessern.
Kinder mit Neurodermitis sind häufiger psychisch auffällig, vermutlich weil chronische Entzündungen und ein gestresstes Immunsystem das Gehirn beeinflussen können. Sie erkranken zum Beispiel öfter am Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom, kurz ADHS.2 Die Mechanismen, die zu diesem Zusammenhang führen, sind jedoch bisher noch nicht ausreichend erforscht.
- Zur Psyche bei Neurodermitis
Neurodermitis-Symptome bei Kindern
Zu den typischen Merkmalen der Neurodermitis zählen:
- chronisch-schubweiser Verlauf
- Juckreiz
- entzündete, gerötete Hautveränderungen (Ekzeme)
- trockene, raue Haut
- Hauteinrisse (Rhagaden)
- Hautvergröberungen und -verdickungen (Lichenifikation)
Ekzemstellen können am ganzen Körper auftreten. Allerdings gibt es charakteristische, betroffene Hautbereiche, die sich in Abhängigkeit vom Lebensalter ändern. Bei Kindern sind es Ellenbeugen, Kniekehlen sowie der Hals (Beugenekzem).

Schon gewusst?
Mindestens 30 Prozent aller Kinder mit Neurodermitis sind auch als Erwachsene von Ekzemen betroffen.
Die Symptome treten meist schubweise auf und können sich durch verschiedene Auslöser wie trockene Luft, Reizstoffe oder Allergene verschlimmern. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, um die Symptome zu lindern und die Hautbarriere zu schützen.
Basistherapie bei Neurodermitis
Was bedeutet Basistherapie? Wie funktioniert sie bei Neurodermitis und in welchem Stadium eignet sie sich? Antworten findest du hier:
Auslöser von Neurodermitis bei Kindern
Trotz intensiver Forschung sind die konkreten Ursachen für die Neurodermitis nicht vollständig geklärt. Für den Ausbruch der Erkrankung bei Kindern scheint ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren verantwortlich zu sein:
- erbliche Veranlagung: Der größte Risikofaktor für Neurodermitis ist die Vererbung. Kinder, deren Eltern an Neurodermitis leiden, haben ein erhöhtes Risiko, vor allem wenn beide Eltern betroffen sind (60 bis 80 Prozent).3 Allerdings erkrankt nicht jede:r mit genetischer Veranlagung, da auch äußere Faktoren eine Rolle spielen, die von Patient:in zu Patient:in variieren.
- gestörte Hautbarriere: Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere gestört, sodass Allergene wie Pollen oder Hausstaub leichter eindringen können. Gleichzeitig verliert die Haut Feuchtigkeit, trocknet aus und verursacht Juckreiz, was bei Kratzen die Barriere weiter schädigt.
- gestörte Immunabwehr: Bei Neurodermitis ist die Immunabwehr gestört, was das gesamte Organsystem betrifft. Die erbliche Veranlagung beeinträchtigt das Immunsystem, das auf vermehrtes Eindringen von Fremdstoffen durch die gestörte Hautbarriere mit Entzündungen reagiert. Dabei sind Typ-2-Helferzellen (Th2) besonders aktiv und produzieren entzündungsfördernde Botenstoffe wie Interleukin-13 (IL-13).
- beeinträchtigtes Mikrobiom: Bei Neurodermitis ist das Mikrobiom der Haut gestört, was zu einer geringeren Bakterienvielfalt führt. Es gibt ein Übermaß an Bakterien wie Staphylococcus aureus, welche die Immunabwehr schwächen und das Eindringen von Allergenen erleichtern.
Neben den genannten Ursachen können eine Reihe äußerer Einflüsse das Krankheitsgeschehen beeinflussen und zu einer Verschlechterung der Neurodermitis beziehungsweise einem Schub beitragen. Man nennt diese auch Provokationsfaktoren oder Triggerfaktoren. Sie sind individuell verschieden. Oftmals ist nicht nur ein einziger Faktor ausschlaggebend, sondern eine Kombination aus mehreren.
Diese Auslöser können individuell variieren – daher ist es wichtig, sie zu identifizieren und möglichst zu vermeiden, um Neurodermitisschübe zu minimieren.
Tipp:
Ein Neurodermitis-Tagebuch, in dem du dokumentierst, wann Verschlimmerungen auftreten, kann helfen, diese Faktoren zu erkennen und zu vermeiden. Eine Vorlage findest du in unserem Ratgeber:
- Ratgeber herunterladen
Mögliche Provokationsfaktoren sind:
- Psychische Faktoren wie emotionaler Stress können entzündungsauslösende Botenstoffe freisetzen und den Juck-Kratz-Kreislauf verstärken.
- Reizstoffe wie Reinigungsmittel, Seifen, Duftstoffe und kratzende Textilien können Entzündungen verstärken und Juckreiz auslösen.
- Schadstoffe wie Tabakrauch können die Haut schädigen und Entzündungsreaktionen verursachen.
- Infektionen wie schwere Erkältungen, Grippe oder andere Krankheiten sind häufige Auslöser für Neurodermitisschübe.
- Allergene wie Hausstaubmilben, Tierhaare, Pollen und Schimmel können bei Neurodermitiker:innen mit einer allergischen Variante die Symptome verschlimmern.
- Hormonelle Veränderungen, wie sie etwa während der Schwangerschaft auftreten, können Neurodermitis sowohl verbessern als auch verschlimmern.
- Klimatische Bedingungen wie Hitze, Kälte oder trockene Luft können Neurodermitisschübe verstärken.
Behandlung von Neurodermitis bei Babys, Kleinkindern und Kindern
Das A und O der Basistherapie ist eine sorgfältige Hautpflege. Sie ist der wichtigste Teil der Neurodermitis-Behandlung bei kleinen Kindern, da ihre Haut schneller austrocknet als die Erwachsener.
Kinder sollten täglich von Kopf bis Fuß eingecremt werden. Mit den von dem/der Fachärzt:in empfohlenen Cremes und Lotionen kannst du die trockene Haut von Babys pflegen, den Juckreiz lindern und die Barrierefunktion der Haut unterstützen.
Eine All-in-one-Salbe gibt es leider nicht. Je nach Stadium und betroffener Hautpartie hilft nur vorsichtiges Ausprobieren. Was für die Großen gilt, gilt auch für den Nachwuchs: Versuche Auslöser zu erkennen und zu vermeiden.
Die richtigen Ansprechpartner:innen sind Kinder- oder Hautärzt:innen. Sie empfehlen geeignete Pflegemaßnahmen oder leiten eine wirksame Behandlung ein.
- Neurodermitis behandeln
Babyhaut reinigen und pflegen
- Zu Balneum® Hermal
Baby-Ölbad – Tipps zum Baden:
- Bade dein Kind höchstens 2 bis 3-mal pro Woche. Das Bad sollte möglichst nicht länger dauern als 5 Minuten. Ansonsten trocknet die Haut zu sehr aus.
- Als Badezusatz bei trockener Baby- oder Kinderhaut eignet sich am besten ein medizinisches Ölbad.
- Achte darauf, dass die Wassertemperatur sowohl beim Baden als auch beim Duschen nicht zu hoch ist. Zu heißes Wasser entfettet die Haut.
- Tupfe die Haut nach dem Baden in einem Ölbad vorsichtig mit einem weichen Handtuch ab. Starkes Abrubbeln vermindert den Behandlungseffekt.
- Zu Tannosynt®
Arzneimittel
Gegen starken Juckreiz und Entzündungen helfen oft nur Medikamente. Doch Babys und Kleinkinder haben eine wesentlich empfindlichere Haut und reagieren anders auf Wirkstoffe als Erwachsene. Zahlreiche Medikamente sind in der jüngsten Altersklasse gar nicht zugelassen. Synthetische Gerbstoffe können auch bei Babys zur Bekämpfung von Entzündungen und gegen Juckreiz eingesetzt werden.

Welche Maßnahmen können die Entstehung einer Neurodermitis beeinflussen?
Eltern, insbesondere diejenigen, die selbst unter Neurodermitis oder Allergien leiden, möchten gern ihre Kinder vor allergischen Erkrankungen schützen. Es ist leider nicht möglich, eine Neurodermitis gänzlich zu verhindern. Allerdings lassen sich eine Reihe von Risikofaktoren beeinflussen:
- Stillen: Muttermilch gilt als ein wichtiger Schutzfaktor, auch wenn durch Stillen allergische Erkrankungen nicht grundsätzlich verhindert werden können. In den ersten 4 bis 6 Lebensmonaten sollte nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden. Auch mit Einführung von Beikost ist Stillen weiter sinnvoll. Wenn Stillen nicht möglich ist, kannst du deinem Kind Säuglingsanfangsnahrung geben.
- Tierhaltung: Familien mit einem erhöhten Allergierisiko oder mit Kindern, die bereits eine Neurodermitis haben, sollten sich keine Katze neu anschaffen. Von einer Hundehaltung wird nicht abgeraten. Auch scheint das Aufwachsen auf einem Bauernhof einen gewissen Schutz vor der Entwicklung von Asthma und allergischen Erkrankungen durch die dort vorkommenden Mikroorganismen zu bieten.
- Impfungen: Wissenschaftler:innen sind sich einig darüber, dass Impfungen das Allergie- und Neurodermitis-Risiko nicht erhöhen. Kinder mit einem erhöhten Allergierisiko sowie Kinder, die bereits unter Neurodermitis leiden, sollten daher nach den derzeit gültigen Empfehlungen der STIKO geimpft werden.
- Ernährung: Bestimmte Nahrungsmittel als Vorbeugung von Allergien während der Schwangerschaft und Stillzeit zu meiden, reduziert das Allergierisiko nicht und birgt eher die Gefahr einer Mangelernährung bei Mutter und Kind. Dagegen scheint die Vielfalt der Ernährung im 1. Lebensjahr eine schützende Wirkung auf die Entstehung atopischer Erkrankungen zu haben. Empfehlenswert ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, die kein Lebensmittel vorbeugend auslässt.
- Kleidung: Kinderkleidung sollte insbesondere bei empfindlicher, trockener Haut leicht und luftig sein. Gut geeignet sind Baumwollstoffe und atmungsaktive Materialien. Wasche die Kleidung vor dem ersten Tragen, um Reizungen durch Chemikalien im Stoff zu vermeiden.
- Kratzschäden vermeiden: Sorge für kurze Fingernägel, damit sich dein Baby nicht kratzen kann. Nachts kannst du ihm zum Schutz Kratzhandschuhe aus dünner Baumwolle überziehen.
- Antibiotika: Ein häufiger Einsatz von Antibiotika bei Kleinkindern kann das Risiko für atopische Erkrankungen wie Neurodermitis leicht erhöhen.
- Basispflege: Eine konsequente, tägliche Basispflege der Haut scheint eine Neurodermitis nicht verhindern zu können. Liegt bei Neugeborenen, Babys und (Klein-)Kindern jedoch eine Neigung zu trockener Haut vor oder ist die Neurodermitis schon vorhanden, ist das regelmäßige Eincremen wichtig.
Verwächst sich Neurodermitis?
Bei vielen Kindern mit Neurodermitis bessern sich die Symptome deutlich bis zum Schulalter oder frühen Erwachsenenalter. Dennoch kehrt die Neurodermitis im Erwachsenenalter oftmals zurück oder äußert sich in Form von anderen atopischen Erkrankungen. Daher empfehlen Dermatolog:innen eine frühzeitige Behandlung der Neurodermitis und eine konsequente Basistherapie, um eine Verschlimmerung zu verhindern.
Neurodermitis beim Neugeborenen, Baby, (Klein-)Kind: Tipps für Eltern
Wir haben für dich ein paar wichtige Tipps für den Alltag mit Babys und Kindern bei Neurodermitis zusammengefasst. Lies hier, welche Punkte besonders belastend sind und was du dagegen tun kannst:
- Kommunikation: Kinder mit Neurodermitis werden manchmal gehänselt. Sprich mit deinem Kind von klein auf über seine Erkrankung und beziehe es in die Behandlung mit ein. Erkläre ihm, welche basistherapeutischen Maßnahmen wichtig sind und dass Neurodermitis nicht ansteckend ist.
- Selbstwertgefühl stärken: Baue von Anfang an das Selbstwertgefühl deines Kindes auf, indem du es über die Krankheit aufklärst und ihm erläuterst, dass es sich nicht für seinen Körper schämen muss. Das ist gerade bei Jugendlichen in der Pubertät ein Problem und kann dazu führen, dass sie sich zurückziehen und zum Außenseiter werden.
- Regeln: Nicht nur Kindern mit Neurodermitis tut ein stabiler, geregelter Tagesablauf gut. Sorge für einen strukturierten Tagesplan mit täglichen Eincreme- und Pflegezeiten. So kannst du Machtkämpfe vermeiden.
- Signale: Nimm dein Kind so an, wie es ist. Für Kinder ist es belastend, wenn ihre Eltern Signale aussenden, dass es „schwierig“ ist. Vermeide aber auch übertriebene Fürsorge. Sie engt dein Kind ein und macht es unselbstständig.
- Schlafprobleme: Triff klare Abmachungen mit deinem/deiner Partner:in, wer sich nachts um euer unruhiges Kind kümmert. Jeder darf mindestens 1-mal in der Woche durchschlafen.
- Stress: Ärger in der Beziehung und Stress kann sich auch auf dein Kind übertragen. Versuche Konflikte in der Partnerschaft zu lösen und vernachlässige deinen/deine Partner:in und dich selbst nicht. Schaffe feste Freiräume, in denen du dir etwas Gutes tust (Sport, Entspannungsübungen, Spaziergänge, Freunde treffen).
- Ratschläge: Manche empfinden es als belastend, wenn sie von Außenstehenden ungefragt gut gemeinte Tipps gegen Ausschläge und Kratzer bekommen. Weise in solchen Situationen darauf hin, dass dein Kind schon in ärztlicher Behandlung ist.
Eincremen findet dein Kind doof? Unser Tipp!
Du kannst das Eincremen zu einem festen Ritual nach dem Baden oder vor dem Schlafen machen und gleichzeitig ein Belohnungssystem einführen. Dein Kind kann für jede Woche regelmäßigen Eincremens einen Sticker sammeln, nach einer bestimmten Anzahl gibt es eine kleine Belohnung, wie ein Buch oder Spiel. So wird das Eincremen zu einem positiven Erlebnis mit einem klaren Ziel.
Neurodermitis-Schulungen für Kinder
In vielen deutschen Städten gibt es qualitätsgesicherte Neurodermitis-Schulungen für betroffene Kinder, Jugendliche und deren Eltern. Frag euren/eure Ärzt:in oder bei deiner Krankenkasse nach der nächsten Adresse. In den Schulungen erfahren du und dein Kind, wie ihr mit der Erkrankung im Alltag umgehen könnt.
Es gibt auch einige Selbsthilfegruppen und Internetforen, in denen ihr Euch mit Betroffenen austauschen könnt. Zahlreiche nützliche Inhalte findest du auf der Webseite der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e. V..
Innerliche Therapien bei Neurodermitis
Liegen mittelschwer bis schwer ausgeprägte, andauernde Ekzeme vor, kann eine systemische Therapie angezeigt sein, zum Beispiel mit Biologika.
- Zur Systemtherapie
Diagnose von Neurodermitis
Anhand welcher Kriterien lässt sich die Diagnose Neurodermitis stellen und welcher/welche Ärzt:in ist die richtige Anlaufstelle dafür?
- Zur Diagnose
Produkte zur Basistherapie
- Zu den Produkten
- 1 „Was ist eine Neurodermitis? » Neurodermitis (Atopisches Ekzem) » Kinderkrankheiten, Kinder- und Jugendgesundheit » Startseite » Kinderaerzte-im-Netz“. Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V., https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/neurodermitis-atopisches-ekzem/was-ist-eine-neurodermitis/. Zugegriffen 24. September 2024.
- 2 Schmitt, J., u. a. „Komorbidität von Neurodermitis und Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Syndrom: Meta-Analyse aktueller populationsbezogener Studien aus Deutschland“. Gesundheitswesen (Bundesverband der Arzte des Offentlichen Gesundheitsdienstes (Germany)), Bd. 73, Nr. 08/09, 2011,https://doi.org/10.1055/s-0031-1283610.
- 3 „Neurodermitis bei Kindern“. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/erkrankungen/allergien/neurodermitis/. Zugegriffen 24. September 2024.