- > Neurodermitis >
- Stellen >
- Arme und Beine
Neurodermitis an Händen, Füßen, Armen und Beinen
Du leidest unter Neurodermitis und besonders deine Hände, Füße, Beine oder Arme sind betroffen? Dann weißt du aus eigener Erfahrung, wie belastend diese chronische Hauterkrankung sein kann. Sei es das Greifen und Arbeiten mit den Händen, das Laufen und Stehen mit den Füßen oder das tägliche Anziehen und Wohlfühlen – Neurodermitis stellt Betroffene vor große Herausforderungen. Was die Ursachen für die Symptome sind und wie du im Alltag am besten mit ihnen umgehst, erfährst du hier.
Springe direkt zum gewünschten Abschnitt:
- > Neurodermitis >
- Arme und Beine

Hand und Fuß: Symptome von Neurodermitis
Neurodermitis an den Händen und Füßen ist besonders störend, da diese Körperteile täglich stark beansprucht werden. Gerade die Hände sind außerdem ständig sichtbar – dadurch empfinden Betroffene es als ähnlich störend wie Neurodermitis im Gesicht.
Zudem jucken die Hände oder Handinnenflächen meist enorm. Wenn Arme und Beine von Neurodermitis betroffen sind, kann es ebenfalls zur Belastung werden: Oft sind es größere Hautstellen, die erkrankt sind und starke Beschwerden mit sich bringen:

- Bei Neurodermitis an den Händen können Ekzeme an den Fingern und Fingerspitzen, am Handrücken oder den Handinnenflächen erscheinen.
- An den Füßen zeigt sich Neurodermitis am Fußrücken, aber auch zwischen den Zehen und an der Fußsohle.
- Typische Stellen an den Beinen bei Erwachsenen sind die Kniekehlen. Bei Babys sind eher die Außenseiten der Beine betroffen.
- Die Armbeuge bei Erwachsenen sowie die Außenseiten der Arme bei Babys sind Orte, an denen Neurodermitis vorkommen kann.
Neurodermitis verläuft oftmals in Schüben. Daher wechseln sich akute Phasen, in denen die Symptome besonders ausgeprägt sind, mit solchen ab, in denen nur leichte Beschwerden auftreten. Die Haut ist jedoch oft in allen Phasen trocken und empfindlich. Vor allem an den Hand- und Fußrücken sowie den Gelenkbeugen kommt es häufig zu Hautvergröberungen und -verdickungen – diese Veränderungen werden auch Lichenifikation genannt.
- trockene, schuppige Haut: Die Haut verliert ihre natürliche Feuchtigkeit und Fettigkeit, was zu trockenen, rauen Stellen führt.
- Rötungen und Entzündungen: Betroffene Stellen sind oft rot und geschwollen. Diese Entzündungen können schmerzhaft sein und die Beweglichkeit beeinträchtigen.
- Bläschenbildung: Kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen können entstehen, die bei Aufplatzen stark jucken und nässen.
- rissige Haut: Die Haut kann so trocken werden, dass sie reißt. Diese Risse sind oft schmerzhaft und können bluten.
- starker Juckreiz: Der Juckreiz kann so intensiv sein, dass er den Schlaf stört und den Alltag stark beeinträchtigt. Kratzen verschlimmert die Symptome und führt womöglich zu offenen Wunden.
Psychische Auswirkungen
Neurodermitis an den Händen stellt für Betroffene oft eine besondere Belastung dar, da diese meist deutlich sichtbar und im Alltag ständig im Einsatz sind. Manche Menschen fühlen sich so unwohl mit den Ekzemen, dass sie gar nicht mehr rausgehen und vereinsamen. Depressionen können die Folge sein.
- Neurodermitis und Psyche
Auswirkungen auf den Alltag
Die Symptome der Neurodermitis beeinträchtigen den Alltag oft erheblich. An den Händen kann die Erkrankung das Greifen und Halten von Gegenständen erschweren. Tätigkeiten wie Schreiben, Tippen oder handwerkliche Arbeiten werden aufgrund juckender, geschwollener Hände und Finger schnell zur Qual.
An den Füßen führt Neurodermitis oft zu Problemen beim Gehen und Stehen, was besonders für Berufe, die dies erfordern, problematisch ist. Wenn der Fuß zudem juckt, aber in Schuhen steckt, ist das besonders unangenehm oder sogar schmerzhaft.
An den Armen und Beinen sind das Tragen von Kleidung und das Bewegen oft unangenehm. Enge Kleidung kann den Juckreiz verstärken und die ständige Reibung die Haut weiter schädigen. Besonders nachts können juckende Beine oder Arme so stark sein, dass sie den Schlaf erheblich stören, was wiederum die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit am Tag beeinträchtigt.

Sonderform: Berufsdermatose2
Die Berufsdermatose ist eine Hauterkrankung, die durch berufliche Tätigkeiten oder den Kontakt mit bestimmten Stoffen am Arbeitsplatz verursacht oder verschlimmert werden kann. Dazu gehört zum Beispiel das allergische Kontaktekzem oder eine Urtikaria (Nesselsucht). Besonders betroffen sind Berufsgruppen, die häufig mit Chemikalien oder Reizstoffen in Berührung kommen, wie zum Beispiel Friseur:innen, Reinigungskräfte und Pflegepersonal. Die Haut an den Händen und Unterarmen ist dabei besonders gefährdet.
Sonderform: Atopischer Winterfuß
Der atopische Winterfuß tritt typischerweise in der kalten Jahreszeit auf. Symptome sind trockene, rissige und juckende Haut an den Füßen, die durch die Kälte und das Tragen von geschlossenem Schuhwerk verstärkt werden. Die Beschwerden können so stark sein, dass das Gehen schmerzhaft wird.
Ursachen und Auslöser von Neurodermitis an Händen und Füßen
Hände und Füße sind ständig verschiedenen Umweltreizen ausgesetzt und kommen oft mit potenziellen Allergenen in Kontakt. Unsere Hände sind täglich im Einsatz und berühren Wasser, Seifen oder Reinigungsmittel. Außerdem sind sie der Umgebungstemperatur ausgesetzt und manchmal über längere Zeit feucht, zum Beispiel bei der Hausarbeit. Dies alles kann die Hautbarriere schwächen und Entzündungen begünstigen.
Die Füße wiederum sind oft in Schuhen eingeschlossen, was zu einem feuchten und warmen Klima führt. Dieses Milieu kann das Wachstum von Mikroorganismen fördern und die Haut zusätzlich reizen. Zudem sind die Füße bei Belastungen wie langem Stehen oder Gehen mechanischem Stress ausgesetzt, wodurch Risse und weitere Hautschäden entstehen können.
Die Gelenke von Armen und Beinen werden durch Bewegungen und Reibung gereizt, dazu kommt die Kleidung. Hier kann ein Teufelskreis entstehen: Viele Menschen mit Neurodermitis bedecken aus Scham auch im Sommer ihre Arme und Beine. Dadurch schwitzen sie jedoch eher, die Kleidung reibt über die feuchte Haut und verschlimmert womöglich die Ekzeme.
Weiterhin spielen auch die bekannten Ursachen für Neurodermitis wie eine erbliche Vorbelastung oder allergische Reaktionen eine Rolle bei Ekzemen an Hand, Fuß, Beinen oder Armen.
- Überblick Neurodermitis
Die Neurodermitis-Basistherapie
Die richtige Routine ist alles: Zur Behandlung bei Neurodermitis gehört eine gute Basistherapie. Erfahre, welche Produkte dich dabei unterstützen.
Behandlung: Was hilft bei Neurodermitis an Händen und Füßen?
Die Behandlung von Neurodermitis an Händen, Füßen, Armen und Beinen unterscheidet sich nicht von den allgemeinen therapeutischen Empfehlungen. Sie erfordert einen ganzheitlichen Ansatz und eine Kombination aus medizinischen Therapien und pflegenden Maßnahmen. Diese Therapien können dabei zum Einsatz kommen:
- Basistherapie: Die Grundlage zur Behandlung von juckenden Händen, Füßen, Beinen oder Armen stellt eine regelmäßige Versorgung der Haut mit feuchtigkeitsspendenden Produkten dar. Harnstoff (Urea) und Glycerin sind hierbei wertvolle Inhaltsstoffe, da sie den Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöhen.
- Akuttherapie: Bei stärkeren Beschwerden können äußerlich anzuwendende, anti-entzündliche Arzneimittel mit Gerbstoffen oder Kortison juckreizlindernd wirken.
- Bäder: Ein Hand- oder Fußbad mit rückfettenden Badezusätzen kann der Haut helfen, die Barrierefunktion wiederherzustellen Wichtig: Verzichte auf ein zu ausgedehntes Baden sowie eine zu hohe Wassertemperatur. Tupfe deine Haut anschließend sanft ab und creme sie komplett mit einem Basispflegeprodukt ein.
Achte bei der Reinigung deiner Hände darauf, nur milde Waschlotionen ohne reizende Inhaltstoffe zu verwenden. Trockne deine Hände immer gründlich, jedoch vorsichtig ab (das gilt auch für die Füße) und trage direkt nach dem Waschen eine Creme oder Lotion auf. Für die Nacht kannst du deine Hände oder Füße gut eincremen und anschließend dünne Baumwollhandschuhe oder -socken überziehen. So kann die Creme gut einwirken und du schützt gleichzeitig deine Haut vor dem Aufkratzen.
Tipps bei Neurodermitis an Händen und Füßen
Um den nächsten Schub möglichst weit hinauszuzögern, kannst du in deinem Alltag ein paar Punkte beachten:
- Schutz der Hände: Schütze deine Hände vor Kälte, Chemikalien und Putzmitteln, indem du geeignete Handschuhe trägst. Achte jedoch darauf, keine Latexhandschuhe zu verwenden, wenn du eine Latex-Allergie hast.
- atmungsaktive Socken: Verwende Socken aus Baumwolle, die atmungsaktiv sind und die Haut nicht reizen.
- Fußpilz vorbeugen: Trage Badeschlappen in öffentlichen Duschen und trockne deine Füße, besonders zwischen den Zehen, gründlich ab.
- geeignetes Schuhwerk: Trage Schuhe, die atmungsaktiv sind und achte darauf, dass sie keine engen Stellen oder störende Nähte haben. Offene Schuhe können im Sommer hilfreich sein, aber sei vorsichtig beim Barfußlaufen, um Infektionen bei offenen Hautstellen zu vermeiden.
Allgemeine Tipps zur Hautpflege sowie zum Lebensstil können auch deinen Armen und Beinen bei Neurodermitis zugutekommen:
- Duschen: Dusche nur kurz und nicht zu heiß, um die Haut nicht zusätzlich auszutrocknen.
- reizende Stoffe vermeiden: Trage Kleidung aus weichen Materialien wie glatter Baumwolle, Leinen oder Seide und achte darauf, dass Waschmittel und Weichspüler keine potenziellen Trigger enthalten. Vermeide möglichst Wolle oder synthetische Materialien wie Nylon oder Polyester.
- Sonnenschutz: Trage Sonnenschutzmittel auf deine Hände, Arme, Beine und Füße auf, um die Haut vor UV-Strahlen zu schützen.
- Stress abbauen: Stress kann Neurodermitis verschlimmern.1 Versuche daher, dir regelmäßig etwas Gutes zu tun und baue ausreichend Ruhephasen in deinen Alltag ein.
- gesunde Ernährung: Achte auf eine ausgewogene Ernährung, um dein Immunsystem zu stärken und mögliche allergische Reaktionen zu vermeiden.
Bitte suche immer einen Arzt oder eine Ärztin auf, wenn dich deine Symptome belasten und du sie nicht in den Griff bekommst. Möglicherweise benötigst du einen stärkeren Wirkstoff oder eine Systemtherapie. Auch bei psychischen Problemen solltest du dir Hilfe holen. Eine Therapie kann dir Wege aufzeigen, mit deiner Erkrankung umzugehen und Stress abzubauen.
FAQs zu Neurodermitis an Hand, Fuß, Armen und Beinen
Verwende nur milde, parfümfreie Reinigungsmittel und wasche deine Hände nicht zu heiß. Spezielle Cremes helfen dabei, die Haut feucht zu halten. Handschuhe schützen die Haut vor kalten Temperauren. Juckende Hände oder Handinnenflächen möglichst nicht aufkratzen, um Entzündungen zu vermeiden.
Typisch ist eine trockene, schuppige und rissige Haut. Die betroffenen Hautstellen können gerötet und entzündet sein und jucken. Bläschenbildung und Nässen sind ebenfalls möglich, besonders bei stärkerem Kratzen. In fortgeschrittenen Fällen können sich tiefe Risse (Fissuren) bilden, die schmerzhaft sind.
Neurodermitis am Ellenbogen zeigt sich häufig durch trockene, verdickte und schuppige Haut. Sie ist oft gerötet und kann nässen oder verkrusten. Zudem besteht ein Juckreiz. Die betroffenen Stellen können sich rau anfühlen und bei Berührung schmerzen.
Verwende bei juckenden Achseln aufgrund von Neurodermitis eine geeignete Hautpflege und lege kühle Kompressen auf. Achte auf luftdurchlässige, lockere Kleidung. Bei starkem Juckreiz suche eine:n Ärzt:in auf, er oder sie kann passende Medikamente verschreiben.
Gezielte Pflege für Neurodermitis
Neurodermitis bei Babys und Kindern äußert sich durch trockene, juckende Haut. Mit gezielter Pflege und passenden Behandlungen lassen sich die Symptome lindern.
- Neurodermitis bei Kindern
Creme, Salbe oder Lotion?
Was gegen die typischen Neurodermitis-Symptome wie Juckreiz und trockene Haut hilft, ist abhängig vom Erscheinungsbild der Haut. Informiere dich hier!
- Zur Basistherapie
Innerliche Therapien bei Neurodermitis
Liegen mittelschwer bis schwer ausgeprägte, andauernde Ekzeme vor, kann eine systemische Therapie angezeigt sein, zum Beispiel mit Biologika.
- Zur Systemtherapie
- 1 „Neurodermitis – Symptome, Diagnostik, Therapie“. Gelbe Liste, https://www.gelbe-liste.de/krankheiten/neurodermitis. Zugegriffen 25. Juni 2024.
- 2 „Berufsdermatosen“ Patienteninformation der Deutschen Haut- und Allergiehilfe, https://www.haut-und-allergiehilfe.de/kurzinfos/berufsdermatose.pdf. Zugegriffen 25. Juni 2024.