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Basistherapie bei Neurodermitis: Cremes, Salben, Lotionen und mehr
Trockene Haut und starken Juckreiz kennen die meisten Betroffenen von Neurodermitis. Je nach Alter und Hautzustand erfolgt die Therapie jedoch individuell. Der Grundstein für eine effektive Behandlung von Neurodermitis liegt in der sogenannten Basistherapie oder Basispflege. Informiere dich hier über Cremes, Salben und Lotionen, die gegen den Juckreiz helfen, die Hautbarriere wiederherstellen und Hauttrockenheit mindern können.
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Was bedeutet Basistherapie bei Neurodermitis?
Juck-Kratz-Teufelskreis unterbrechen!
- Zur systemischen Therapie
Wie läuft die Basistherapie bei Neurodermitis ab?
Liegt die Diagnose Neurodermitis vor, sollte die Basistherapie direkt starten. Es gilt: Je regelmäßiger und konsequenter du die Haut fettest und ihr Feuchtigkeit zuführst, desto besser lässt sich Neurodermitis in Schach halten und desto länger lassen sich neue Schübe hinauszögern.
Nur wenn du die Basistherapie konsequent anwendest, kannst du die Hautbarriere langfristig verbessern und dadurch Krankheitsschübe verringern.1 Doch was heißt konsequent? Es heißt, dass du die Basistherapie auch weiter verfolgst, wenn du gerade keine Neurodermitis-Beschwerden hast.3
Zur Pflegeroutine gehört es dann, die Haut täglich mindestens 2-mal einzucremen.3 Creme dich immer ordentlich ein. Benutze lieber ein bisschen zu viel von deinem Produkt als zu wenig.1 An dieser Stelle solltest du nicht sparen, um deiner Haut die richtige Pflege zu bieten. Verwende die Produkte am besten direkt nach dem Duschen oder Baden und trockne dich vorher ab.3
Tipp: Fingertip-Unit
Die sogenannte Fingertip-Unit (kurz: FTU) hat sich als Mengeneinheit in der topischen Therapie nicht nur bei Neurodermitis etabliert. Fachleute bezeichnen damit die Menge an Salbe oder Creme aus einer Standardtube, die auf das Endglied des Zeigefingers passt – umgerechnet 0,5 Gramm.4 Diese Menge wird beispielsweise für die Anwendung auf 2 Handflächen eines Erwachsenen empfohlen. Für Gesicht und Hals reichen etwa 2,5 FTUs, für ein Bein und einen Fuß sind etwa 8 FTUs erforderlich.

Fettanteil in Produkten:5
Salben haben in der Regel den höchsten Fettanteil, gefolgt von Cremes. Lotionen enthalten am wenigsten Fett.
Trockene und empfindliche Haut: „Fett auf trocken“
Generell gilt für die Basistherapie bei Personen, die aufgrund der Neurodermitis vor allem trockene Haut haben: Je trockener die Haut, desto fetthaltiger sollte das Produkt sein.1
Achte bei Cremes, Lotionen und Salben möglichst auf:
- Feuchthaltefaktoren wie Urea (Harnstoff) und/oder Glycerin: Sie sind körpereigene Stoffe und Teil der Hautschutzbarriere – so unterstützen sie das Gleichgewicht des Feuchtigkeitshaushalts der Haut.
- Höhe des Fettanteils (Lipidanteil).
Gegen zusätzlich auftretenden Juckreiz helfen Cremes, Salben, Lotionen oder Bäder mit einem juckreizstillenden Wirkstoff (zum Beispiel Polidocanol).
Tipp für die Nacht:
Damit du dir nachts nicht die juckenden Stellen aufkratzt, kannst du dir Baumwollhandschuhe anziehen. So kommst du mit deinen Fingernägeln nicht mehr direkt an die Haut und schützt dich.
Zur topischen Basistherapie gut geeignet sind zum Beispiel die duft- und farbstofffreien Pflegeprodukte von Optiderm® mit 5 Prozent Urea und 3 Prozent Polidocanol. Je nachdem, wie ausgeprägt die trockene Haut ist und welche Körperstellen sie betrifft, gibt es 3 verschiedene Darreichungsformen: Creme, Lotion und Fettcreme. Die Produkte helfen gegen den Juckreiz und spenden der Haut die notwendige Feuchtigkeit.

Individuelle Basistherapie
Optiderm® eignet sich zur topischen Therapie zwischen den akuten Neurodermitis-Schüben. Nach Bedarf kannst du zwischen Creme, Lotion und Fettcreme wählen.
Für die tägliche Basispflege trockener Haut (wie bei Neurodermitis) eignet sich zudem Balneum® Intensiv. Das Hautpflegeprogramm besteht aus einer Lotion, einer Creme und einer Waschlotion, die intensiv rückfettend und feuchtigkeitsspendend sind. So schützt du die Haut vor Austrocknung und sorgst für ein angenehmes Hautgefühl.
Besonders hautverträglich
Die Balneum® Intensiv Produkte sind speziell für die tägliche Pflege trockener und sehr trockener Haut entwickelt und dabei besonders gut verträglich.

Beachte, dass die Wassertemperatur nur gemäßigt warm, nicht heiß ist und du nur kurz ein Bad nimmst (etwa 5 bis 10 Minuten).3
Medizinische Ölbäder
Die rückfettenden Balneum Hermal® Bäder bieten trockener, sehr trockener und juckender Haut die passende Pflege, indem sie die natürliche Hautbarriere unterstützen.
Entzündete und nässende Haut: „Feucht auf feucht“
Akute Hautpflege
Welche Wirk- und Inhaltsstoffe eignen sich zur Neurodermitis-Basistherapie?
Bei trockener Haut ist eine Basistherapie mit rezeptfreien Produkten zur Verbesserung der Beschwerden in vielen Fällen ausreichend. Für die Basistherapie bei Neurodermitis haben sich verschiedene Inhaltsstoffe bewährt:6,7
- Urea (Harnstoff): Das Endprodukt des menschlichen Eiweißstoffwechsels reguliert auf natürliche Art und Weise den Feuchtigkeitsgehalt der Haut, indem es das Wasser in der Haut bindet. Die Haut wird dadurch wieder geschmeidiger und gewinnt an Feuchtigkeit. Zusätzlich wirkt Urea juckreizlindernd und in höheren Konzentrationen abschuppend. Auf stark entzündeter Haut solltest du Urea-haltige Produkte nicht anwenden, da es zu einem Brennen kommen kann.
- Glycerin: Der Stoff sorgt ebenfalls für die Befeuchtung der Haut und kann gleichzeitig die Abschuppung von Hautzellen unterstützen.8
- Polidocanol: Der Wirkstoff hat einen lokal betäubenden Effekt und lindert dadurch den Juckreiz in kurzer Zeit. Eine Therapie gegen die entzündete Haut ist zusätzlich notwendig.
- Gerbstoffe: Sie haben eine zusammenziehende Wirkung auf das Gewebe und können so dafür sorgen, dass sich die Ekzeme abheilen und aufhören zu nässen.
Oberste Priorität: Haut schonen
Grundsätzlich solltest du auf Produkte mit Inhaltsstoffen, die deine Haut reizen, verzichten.1 Das können zum Beispiel Duftstoffe sein.
Bei leichten bis moderaten Ekzemen kommt zusätzlich zu den Maßnahmen der Basistherapie eine anti-entzündliche topische Therapie mit Kortikosteroiden oder Calcineurininhibitoren infrage. Mittelschwere bis schwere Ausprägungen behandeln Ärzt:innen mit innerlich wirkenden Arzneimitteln.
FAQs: Häufige Fragen und Antworten zur Basistherapie bei Neurodermitis
Die Basistherapie kommt bei jeder Person mit Neurodermitis zur Anwendung. Rückfettende und feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte sorgen dafür, dass deine Haut nicht austrocknet, (du weniger Juckreiz verspürst), die Hautbarriere gestärkt wird und du möglichst weniger akute Schübe hast.
Die Basistherapie erfolgt jeden Tag. Du solltest sie auch anwenden, wenn du gerade keine Neurodermitis-Beschwerden hast. Creme dich täglich mindestens 2-mal ein.3
Es lässt sich nicht pauschalisieren, welche Creme, Salbe oder Lotion für dich die richtige ist. Jeder Körper reagiert anders. Grundsätzlich gilt bei Neurodermitis: Für trockene Haut solltest du fetthaltigere Produkte verwenden, bei entzündeter Haut auf einen höheren Wassergehalt achten.
Topisch ist eine Therapie bei Neurodermitis, wenn ein Wirkstoff (zum Beispiel in Cremes oder Salben) lokal, das heißt nur auf eine bestimmte Stelle, aufgetragen wird.
Psychische Belastung
Oft bedingen sich Neurodermitis und Psyche gegenseitig. Warum das so ist und was du tun kannst, erfährst du hier.
- Mehr zur Psyche
Innerliche Therapien bei Neurodermitis
Liegen mittelschwer bis schwer ausgeprägte, andauernde Ekzeme vor, kann eine systemische Therapie angezeigt sein, zum Beispiel mit Biologika.
- Zur Systemtherapie
Wie sieht Neurodermitis aus?
Um die Hauterkrankung zu erkennen, hilft es zu wissen, wie sie sich an verschiedenen Körperregionen zeigt.
- Zu den Bildern
- 1 Zink, Alexander, Herausgeber. Therapie-Handbuch – Dermatologie und Allergologie. Elsevier GmbH, 2023. S. 80-83.
- 2 „Neurodermitis“. Bund.de, https://gesund.bund.de/neurodermitis. Zugegriffen 7. Februar 2024.
- 3 S3-Leitlinie „Atopische Dermatitis“ (AWMF-Registernr. 013-027) (2023) verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027. Zugegriffen 7. Februar 2024.
- 4 Bauer-Delto, Angelika. „Topische Therapie nach der Handflächenregel“. hautnah dermatologie, Bd. 36, Nr. 1, 2020, S. 42–42, https://doi.org10.1007/s15012-019-0567-5.
- 5 „Neurodermitis Therapie“. Lungenaerzte-im-netz.de, https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/neurodermitis/therapie/. Zugegriffen 7. Februar 2024.
- 6 Zink, Alexander, Herausgeber. Therapie-Handbuch – Dermatologie und Allergologie. Elsevier GmbH, 2023. S. 10.
- 7 „Polidocanol“. DAZ.online, https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2015/daz-39-2015/polidocanol. Zugegriffen 7. Februar 2024.
- 8 Rawlings, A., u. a. „The Effect of Glycerol and Humidity on Desmosome Degradation in Stratum Corneum“. Archives of Dermatological Research, Bd. 287, Nr. 5, 1995, S. 457–464, doi:10.1007/bf00373429.