Neurodermitis im Gesicht: Ursachen, Symptome und Pflege

Im Gesicht auftretende Neurodermitis stellt eine besondere Herausforderung dar, da die dünnere Haut an den Augenlidern und um den Mund besonders empfindlich auf allergische Reaktionen und Umweltreize reagiert. Symptome wie Juckreiz, Trockenheit und Entzündungen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Eine gezielte Pflege und der verantwortungsvolle Umgang mit möglichen Triggerfaktoren spielen eine zentrale Rolle in der Behandlung, um die Hautbarriere zu stärken und Beschwerden zu lindern.

Mit 1 Klick direkt zum jeweiligen Abschnitt:

Frau begutachtet im Spiegel ihre Neurodermitis im Gesicht.

Symptome: Wie zeigt sich Neurodermitis im Gesicht?

Neurodermitis äußert sich im Gesicht typischerweise durch flächige Ekzeme. Aber auch kleinere Bereiche können betroffen sein: So werden beispielsweise häufig die Mundwinkel oder Ohrläppchen rissig und trocken. Weitere Stellen, an denen sich die Neurodermitis bemerkbar machen kann, sind Lippen, Augen, Nase und Hals.

Diese Symptome treten oft in Schüben auf und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sie variieren je nach Phase der Neurodermitis:

  • in akuten Schüben: sehr trockene Haut, starker Juckreiz, Rötungen, Entzündungen, Quaddeln, nässende Hautpartien, Bläschen.
  • in schubfreien Phasen: Hautverdickung (Lichenifikation), Schuppenbildung, sehr trockene und rissige Haut, Rötungen.

Ekzeme an den Lippen1

Eine besonders unangenehme Angelegenheit ist das Lippenleckekzem. Es entsteht durch das Bedürfnis, trockene Lippen mit der Zunge zu befeuchten, was die Haut zusätzlich reizt und entzündet. In akuten Neurodermitis-Phasen sind die Lippen dadurch oft wund und stark verkrustet, was das Essen, Trinken und Sprechen sehr schmerzhaft macht. Umweltfaktoren wie starke Sonnenbestrahlung, niedrige Temperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit und Wind können die Symptome zusätzlich verschlimmern oder als Trigger fungieren.

Ekzeme am Augenlid

Ein Lidekzem ist eine entzündliche Erkrankung der Augenlider. Die möglichen Ursachen sind vielfältig; häufig spielen Duft- und Konservierungsstoffe in Kosmetika, Pflegeprodukten oder auch Kontaktlinsenflüssigkeit eine Rolle.2 Neurodermitis kann ebenfalls die Augenlider betreffen. Diese stark lokalisierte Form der Erkrankung zeigt sich ähnlich wie ein Lidekzem, jedoch liegen die Ursachen hier in der geschwächten Hautbarriere und der Überreaktion des Immunsystems. Beide Zustände erfordern eine sorgfältige Diagnose und angepasste Pflege.

Psychische Belastung durch sichtbare Hautveränderungen3

Neurodermitis im Gesicht hat erhebliche psychische Auswirkungen. Die sichtbaren Hautveränderungen können Scham, Angst und ein niedriges Selbstwertgefühl hervorrufen. Besonders belastend sind Ekzeme und Rötungen an gut sichtbaren Stellen wie Augen, Lippen und Ohrläppchen. Viele Neurodermitis-Patient:innen haben deshalb das Bedürfnis, sich zu verstecken, um unangenehme Blicke und Kommentare zu vermeiden.

Dieser psychische Stress kann die Lebensqualität stark mindern. Soziale Isolation und Rückzug aus dem öffentlichen Leben sind häufige Folgen, da Betroffene Situationen vermeiden, in denen ihre Hautprobleme auffallen könnten.

Achtung, Teufelskreis!

Der erhöhte psychische Druck kann wiederum den Verlauf der Neurodermitis verschlimmern, da Stresshormone die Krankheitssymptome verstärken können.

Ursachen für Neurodermitis im Gesicht

Die Haut im Gesicht, besonders an den Augenlidern, ist die dünnste am Körper und daher besonders empfindlich.2 Das macht sie anfälliger für Allergene, die Ekzeme verursachen können – auch für solche, die an anderen Hautstellen keine Reaktion auslösen, selbst wenn diese Areale mehr Kontakt mit dem Allergen haben.2

Neurodermitis im Gesicht wird oft durch ständigen Kontakt mit Umwelteinflüssen wie Keimen, Allergenen und Reizstoffen getriggert, die zu Schüben führen können. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Luftverschmutzung
  • Kälte
  • Schweiß
  • Pollen
  • trockene Luft
  • Zigarettenrauch
  • Ozon
  • schwüles Klima
  • UV-Strahlung

Diese Faktoren sind auch für eine gesunde Haut belastend. Ist die Hautbarriere wie bei einer Neurodermitis ohnehin schon geschwächt, reagiert das Immunsystem bei einem „Angriff“ über und es kommt zu einer Entzündungsreaktion, die Juckreiz verursacht. Die gestörte Hautbarriere führt zudem dazu, dass die Haut austrocknet und die Durchlässigkeit für weitere reizende Stoffe erhöht wird.

Wenn dann noch Pilze, Bakterien und Viren auf die Haut gelangen, kann es auch zu Sekundärinfektionen kommen. Möglich ist auch die Entwicklung einer Head-Neck-Dermatitis – sie wird meist durch Hefepilze auf der Haut verschlimmert und betrifft typischerweise den Gesichts-, Hals- und Nackenbereich.

Bewusstsein schaffen

An den Händen und unter den Fingernägeln tummeln sich unzählige Mikroorganismen, Dreck und andere reizende Stoffe. Wenn sich Betroffene häufig bewusst oder unbewusst ins Gesicht fassen, gelangen diese auf die Haut.

Kratzen erfolgt oft unbewusst und kann kleine Verletzungen verursachen, über die Erreger in die Haut gelangen können. Das führt bei Neurodermitis vermehrt zu Entzündungen im Gesicht – vor allem an den Augen, am Mund und an den Lippen, aber auch an der Kopfhaut, am Hals und am Nacken.

Versuche, dir so oft wie möglich bewusst zu machen, wenn du mit den Fingern das Gesicht berührst. Wenn Du ein Bewusstsein für diese unbewusste Angewohnheit entwickelst, kannst du sie langfristig vermeiden. Zudem ist es hilfreich, die Hände und Fingernägel regelmäßig zu pflegen, um das Risiko zu minimieren.

Behandlung: Was tun bei Neurodermitis im Gesicht?

Neurodermitis im Gesicht erfordert eine sorgfältige Behandlung, um die Hautbarriere zu stärken und Schübe zu vermeiden:

  • Regenerierung der Hautbarriere: Verwende für das tägliche Eincremen feuchtigkeitsspendende Produkte mit hautähnlichen Lipiden, um die gestörte Hautbarriere zu reparieren und den transepidermalen Wasserverlust zu verringern. Das macht die Haut widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse, Keime und Reizstoffe.
  • Gesichtspflege: Verwende milde Reinigungsmittel, um die Haut schonend zu reinigen. Vermeide allergene Inhaltsstoffe in Kosmetika und Hygieneprodukten, die häufig zu Schüben führen können.
  • Schutz vor der Sonne: Achte darauf, das Gesicht vor Sonneneinstrahlung zu schützen, da UV-Strahlung Schübe verschlimmern kann.

Eine gute Basistherapie bei Neurodermitis hilft dabei, die Haut gesund zu erhalten und Schübe zu minimieren. Indem du auf Deine Hautbedürfnisse achtest und sie mit den richtigen Produkten unterstützt, kannst du die Symptome deutlich verbessern und deine Lebensqualität steigern.

Cremes für die Neurodermitis-Basistherapie

Das A und O, um Juckreiz zu lindern, Hauttrockenheit zu mindern und die Hautbarriere wiederherzustellen, ist eine gute Basistherapie. Infos zu geeigneten Cremes, Salben und Lotionen gibt es hier:

Make-up: Kann ich mich bei Neurodermitis schminken?

Viele Betroffene möchten Ekzeme im Gesicht gerne überschminken, um die sichtbaren Symptome zu kaschieren. Jedoch solltest Du bei Neurodermitis in akuten Phasen mit nässenden Hautstellen, Entzündungen und aufgekratzten Stellen keinesfalls Make-up auftragen. Das kann die Haut weiter reizen und den Heilungsprozess beeinträchtigen.

In schubfreien Phasen kannst Du jedoch mildes und hautschonendes Make-up verwenden, um Abschürfungen, Verdickungen, Risse und Schuppen zu kaschieren. Wichtig ist bei Neurodermitis, eine feuchtigkeitsspendende Grundierung zu verwenden und nur für empfindliche Haut geeignete Kosmetikprodukte auszuwählen.

Tipps für das Schminken bei Neurodermitis:3,4

  • Produkte für empfindliche Haut: Verwende Make-up-Produkte, die die Pflege der Hautbarriere unterstützen und keine allergenen Inhaltsstoffe wie Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten. Doch Vorsicht: Ohne Konservierung sind die Produkte keimanfälliger und können das Risiko für Infektionen erhöhen. Achte deshalb immer auf eine korrekte Lagerung und das angegebene Verfallsdatum.
  • Vorbereitung der Haut: Reinige Deine Haut gründlich und trage vor dem Make-up zunächst eine Feuchtigkeitscreme auf. Verwende keine Schminke in Bereichen mit aktiven Ekzemen.
  • Augenlider und Lippenpflege: Benutze für die Augenlider ein Serum oder eine Creme, die für empfindliche Augen und Haut geeignet ist. Meide Produkte mit Vitamin K, um das Risiko einer Hautsensibilisierung zu verringern. Bei trockenen Lippen trage vor dem Make-up Lippenbalsam als Grundlage auf.
  • Abschminken: Ein Reinigungsmittel mit hohem Ölgehalt hilft, Make-up schonend zu entfernen. Verwende zum Entfernen Deine gereinigten Finger – das ist weniger reizend, als mit einem Wattepad zu reiben. Trage nach der Reinigung immer eine Feuchtigkeitscreme auf, um die Haut zu pflegen.
  • Produkttests: Teste neue Make-up-Produkte immer zunächst an einer kleinen Hautpartie, zum Beispiel an der Innenseite des Handgelenks, bevor Du sie im Gesicht anwendest. Wähle Make-up-Marken, die hypoallergene Produkte anbieten, die speziell für empfindliche Haut geeignet sind.

Mit der richtigen Auswahl und Anwendung von Make-up-Produkten kannst Du auch bei Neurodermitis im Gesicht Deine Haut schonen und gleichzeitig ästhetische Bedürfnisse erfüllen.

Bartpflege: Darauf gilt es bei Neurodermitis mit Bart zu achten!

Der Bart kann bei Neurodermitis sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Er schützt die Haut vor äußeren Einflüssen wie Kälte und UV-Strahlung, kann aber ungepflegt die empfindliche Haut reizen und die Behandlung entzündeter Stellen erschweren.

Achte bei der Bartpflege auf folgende Punkte:

Mann mit Bart hat Neurodermitis im Gesicht.

Beim Thema Rasur solltest Du Folgendes beachten:

  • Trimme den Bart regelmäßig, um Reizungen zu vermeiden. Ein kürzerer Bart kann weniger irritierend sein.
  • Eine Trockenrasur bedeutet weniger Hautkontakt und somit Reizungen. Dafür ist sie weniger gründlich und Du musst öfter rasieren. Eine Nassrasur ist gründlicher, kann aber zu Mikroverletzungen und Hautreizungen führen. Probiere beide Methoden aus und beobachte, wie Deine Haut reagiert.
  • Trage nach der Rasur unabhängig von der Methode eine beruhigende, feuchtigkeitsspendende Lotion oder Creme auf.

Diese Tipps können Dir dabei helfen, den Bart bei Neurodermitis so schonend wie möglich zu pflegen und Hautreizungen zu minimieren.

FAQs: Häufige Fragen zum Thema Neurodermitis im Gesicht

Neurodermitis kann überall im Gesicht auftreten, besonders häufig sind jedoch die Lippen, Augenlider, Mundwinkel, Ohrläppchen und manchmal auch die Nase und der Hals betroffen.

Ja, Neurodermitis am Auge kann sehr belastend sein, da die Haut um die Augen und an den Augenlidern besonders empfindlich ist. Sichtbare Ekzeme sind außerdem belastend für Betroffene und können zu psychischen Problemen führen.

Neurodermitis im Gesicht kann sich durch ein Trockenheits- und Spannungsgefühl, Juckreiz, Rötungen, Schuppungen und manchmal schmerzhafte Risse äußern. In akuten Phasen können die Hautpartien nässen und stark entzündet sein.

Ja, Neurodermitis kann auch die Lippen betreffen, besonders in Form des Lippenleckekzems, das durch häufiges Lecken der trockenen Lippen verursacht wird und zu schmerzhaften, verkrusteten Wunden führen kann.

Neurodermitis kann auch die Haut um die Nase betreffen, allerdings sind diese Fälle weniger häufig als Ekzeme an Lippen oder Augen. Die Symptome ähneln denen an anderen betroffenen Gesichtsbereichen: Trockenheit, Rötungen und Juckreiz.

Bei Neurodermitis im Gesicht verwende am besten regelmäßig feuchtigkeitsspendende Cremes mit hautähnlichen Lipiden, nutze milde Reinigungsmittel, vermeide Allergene und schütze die Haut vor Umwelteinflüssen. Bei Bedarf kannst Du Dich in der Apotheke oder Deiner Arztpraxis beraten lassen.

Ja, aber nur in schubfreien Phasen und mit milden, hypoallergenen Produkten, die die Hautbarriere unterstützen. Während akuter Schübe mit nässenden Ekzemen ist Make-up nicht empfehlenswert, da es die Haut reizen kann.

Verwende milde, parfümfreie Reinigungsprodukte und hydratisiere die Haut regelmäßig. Achte darauf, den Bart sanft zu waschen und nach dem Trocknen keine reizenden Produkte zu verwenden. Trimme den Bart regelmäßig und experimentiere mit verschiedenen Rasurmethoden, um Hautreizungen zu minimieren.

Creme, Salbe oder Lotion?

Was gegen die typischen Neurodermitis-Symptome wie Juckreiz und trockene Haut hilft, ist abhängig vom Erscheinungsbild der Haut. Informiere dich hier!

Dein Leitfaden für den Arztbesuch bei Neurodermitis

Dein Leitfaden für den Arztbesuch bei Neurodermitis
Optimiere deinen Arzttermin mit Tipps, wichtigen Fragen und einer Checkliste. Hol dir jetzt den Überblick für eine bessere Behandlung!

Produkte zur Basistherapie

Mit Balneum, Optiderm® und Tannosynt® stehen dir passende Produkte zur Basispflege und -therapie bei Neurodermitis zur Verfügung.

Sie verlassen nun die Seite

Liebe/r Besucherinnen,
wenn Sie diesem Link folgen, verlassen Sie die Seite
neurodermitis.de
Danach gelten die Nutzungsbedingungen und
Datenschutzrichtlinien der Zielseite.